Nuuk in Grönland – Impressionen vom Dezember/Januar 2026

Weihnachten 2025 in Nuuk – mit meiner Familie besuche ich einen Freund, der im Krankenhaus der grönländischen Hauptstadt arbeitet. Schon die Anreise verläuft anders als erwartet: Schneesturm in Nuuk, der Weiterflug vom isländischen Flughafen Keflavik ist gecancelt. Erst am nächsten Tag hebt wieder ein Flieger Richtung Nuuk ab. Und auch da rollt der Pilot beim Landen bis ganz zum Ende der Landebahn. Äußerst vorsichtig stapfen wir Passagiere die rund 50 Meter bis zum Flughafengebäude durch den Schnee, darunter: blankes Eis.

Nuuk mit Blick Richtung Grönländisches Nationalmuseum
Nuuk mit Blick Richtung Grönländisches Nationalmuseum (vorne Mitte), dessen Besuch sich unbedingt lohnt.

Eis – unter den Füßen und zum Essen

Bei eisigem Wetter ziehen die Grönländer Spikes über die Schuhe.

Das lernen wir als erstes: In Nuuk wird kein Salz gestreut. Weder auf den Straßen, noch auf Gehwegen oder gar Treppen. Und von denen gibt es viele. Der Schnee auf den Straßen wird von Radladern mit Schneeschaufel grob weggeräumt. Die scheinen hier die Könige der Straßen zu sein, so schnell wie die unterwegs sind. Ich halte zur Sicherheit respektvolle Distanz. Den restlichen Schnee auf der Straße fahren die Autos fest, alle ausgestattet mit Spikereifen – das ein oder andere Auto landet trotzdem neben der Straße.

Als Fußgänger ist man in Nuuk auf Schnee vergleichsweise sicher unterwegs. Doch wenn es taut, werden die Gehwege trotz Splitt spiegelglatt. Auch da helfen Spikes: Einfach über die Schuhe ziehen, fertig. Angst vor einer Klage scheint die Stadtverwaltung nicht zu haben. Warum auch? Das komplette grönländische Gesundheitssystem ist steuerfinanziert und frei für alle, selbst Touristen, wie unser Freund berichtet.

Noch etwas finde ich spannend: Es gibt Eisdielen in Nuuk. Und die haben sogar im tiefsten Winter geöffnet. Gut, es war während unserer 14 Tage in Grönland nicht so kalt wie erwartet, zwischen -9°C und + 3°C. Aber ich konnte mich doch nicht überwinden, ein Eis zu essen. Brrr.

Bauen – vor allem in die Höhe

Stand 2025 leben in Nuuk knapp 20.000 Menschen. Und damit rund ein Drittel der grönländischen Bevölkerung mit gut 56.000 Bewohnern. Als autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark hat Grönland, die größte Insel der Welt, eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament. Dieses wurde zuletzt im März 2025 neu gewählt und besteht aus 31 Abgeordneten aus fünf verschiedenen Parteien. Ministerpräsident ist Jens-Frederik Nielsen von der Partei Dekokraatit.

Das Bauen in Nuuk ist extrem anspruchsvoll, in technischer wie ästhetischer Hinsicht. Mehrgeschossige Gebäude sind das Mittel der Wahl, wie hier im Quartier Nuuk Pinguaraq. Die in den Medien häufig gezeigten farbigen Einfamilienhäuser sind im historischen Stadtkern und an den Küsten zwar auch noch zu finden, die Mehrheit der Einwohner Nuuks lebt und arbeitet jedoch in Wohnkomplexen.

Nuuk Kolonihavnen: Blick über den Nuuk-Fjord nach Süden
Nuuk Kolonihavnen: Blick über den Nuuk-Fjord Richtung Süden

Der Weihnachtsmann fliegt ein in Nuuk

Mit einem hatte ich in Nuuk nicht gerechnet: Die Hauptstadt ist wie eine Insel. Auf der einen Seite begrenzt vom Meer, auf den anderen von steilen, felsigen Bergen, an denen Straßen abrupt zu Ende sind. Tatsächlich habe ich während unserer kurzen Zeit keine Schotterstraße entdeckt, die in die Berge führt. Mietwagen macht keinen Sinn in Nuuk: das Gebiet ist über Busse gut erschlossen, für alle anderen Fälle gibt es Taxis. Übrigens lassen sich die Busse in Nuuk live über das Handy verfolgen – das macht das Warten deutlich entspannter.

Roter Hubschrauber mit Weihnachtsmann landet in Nuuk

Jetzt aber zum Weihnachtsmann: Am 24. Dezember gegen Mittag kommt der Weihnachtsmann. Nein, nicht mit dem Rentierschlitten, sondern mit dem Hubschrauber. Ein Großereignis in Nuuk, bei dem sich zahlreiche Menschen in der Nähe des Krankenhauses versammeln.

Der Weihnachtsmann ist und Nuuk gelandet und grüßt.